Bienengift / Bienenstich - Hilfe aus der Natur

Thomas Hans
2021-02-16 14:13:00 / News Imker Thomas Hans / Kommentare 0
Bienengift / Bienenstich - Hilfe aus der Natur - Bienengift - Hilfe aus der Natur

Bienengift - Hilfe aus der Natur

Wer die Begriffe "Biene" und "Gift" hört, denkt verständlicherweise zuerst an einen Bienenstich. Was hier unangenehme Reaktionen hervorruft, nämlich die Bestandteile des Bienengiftes, gilt in der Apitherapie, der medizinischen Anwendung der unterschiedlichen Bienenprodukte, als hilfreich. Für die äußerliche Anwendung wird Bienengift in Cremes und Salben verarbeitet, die sowohl medizinisch als auch kosmetisch zur Anwendung kommen.

Von der Biene gestochen - das passiert

Einzelne Bienen sind selten angriffslustig. Meist kommt es zu Stichen, wenn man barfuß über blühende Wiesen - vor allem mit Klee - geht oder versucht, die an sich harmlosen Tiere heftig gestikulierend zu vertreiben. Die Biene fühlt sich angegriffen - und schlägt zurück. Dazu benützt sie ihren Stachel und das Gift, das in zwei Drüsen am Hinterleib erzeugt wird und sich in einer Blase sammelt. Dass bei Bienen, im Gegensatz zu Wespen, tatsächlich meist der ganze Stechapparat samt Giftblase an der Stichstelle verbleibt, ist kein Ammenmärchen. Der Stachel ist mit Widerhaken versehen, will die Biene wieder wegfliegen, bleibt er stecken und wird herausgerissen. Diese Aktion bezahlen Bienen mit ihrem Leben. Dennoch ist ein kleiner Trick der Natur dabei: Dadurch, dass der Stachel steckenbleibt, gerät weiterhin Gift in die Einstichstelle, und zwar solange, bis die Giftblase leer ist.

Bienengift - normale Stichreaktion oder Allergie?

Das Gift der Bienen gehört zu den stärksten tierischen Giften in Europa. Doch keine Angst, mit Ausnahme von etwa 1 % Personen, die tatsächlich auf Bienenstiche allergisch reagieren, müssen die wenigsten ernsthafte Folgen fürchten. Eine Ausnahme besteht bei Stichen in den Mund, den Hals und in den Rachenraum. Hier können die Atmungsorgane stark anschwellen, Luftnot und Erstickungsgefahr sind mögliche Folgen, hier wird der Arztbesuch oder die Vorstellung in der klinischen Ambulanz notwendig. Stiche in unmittelbarer Nähe des Auges sollten genau beobachtet werden. Treten Sehstörungen auf, die mit dem Anschwellen der Umgebung nicht mehr erklärt werden können, sollte rasch ein Augenarzt aufgesucht werden. Ansonsten hilft Kühlen, direkt am Auge sollten Kühlakkus aber mit einem Tuch umwickelt werden, um Kälteschäden zu vermeiden.

In der Regel müsste man aber schon von sehr vielen Stichen betroffen sein, um gesundheitlich in Gefahr zu geraten. Es wird davon ausgegangen, dass das Gift und die Reaktion darauf erst nach vielen hundert Stichen für gesunde Erwachsene lebensbedrohlich werden.

Das beim Stich unter die Haut gespritzte Bienengift ruft eine lokale Entzündung aus, die sich mehr oder weniger ausbreitet. Da das Gift - wie bei Schlangen, Stechmücken oder anderen Gifttieren wie dem Meeresfisch Petermännchen - auf Proteinen basiert, ist Hitze als Erste-Hilfe-Maßnahme ratsam. Mithilfe eines im Handel erhältlichen Hitze-Sticks kann das Gift an der Ausbreitung gehindert werden. Dies beruht auf der Tatsache, dass Eiweiß (Proteine) bei Temperaturen über etwa 43° C gerinnt. Auch mit Gegenständen aus Metall oder Glas, die mit dem Feuerzeug mäßig - Vorsicht: Verbrennungsgefahr! - erhitzt werden, lässt sich dieser Effekt erzielen.

Wichtig bei stichen von Bienen:

Der Stachel sollte sofort nach dem Stich entfernt werden! Herauskratzen, wenn möglich mit Zuhilfenahme einer Bankkarte oder ähnlichem, ist dabei besser als ein Herausziehen, da bei letzterem weiteres Sekret aus der Giftblase austreten könnte. Eine Desinfektion ist sinnvoll, denn Bakterien von der Hautoberfläche könnten in die Wunde eindringen.

Kann nicht unmittelbar nach dem Stich mit Hitze auf das Gift eingewirkt werden, hilft Kühlen. Kaltes Wasser unterwegs oder zu Hause der aufgelegte Kühlakku verhindern, dass der betroffene Körperteil zu sehr anschwillt. Oft ist es nämlich nicht nur das Gift allein, sondern auch die Schwellung, die Schmerzen verursachen.

Warnung an Allergiker und Gefährdete:
Zwar sind vorübergehendes Jucken und bald einsetzenden Schmerzen sowie Schwellungen im weiteren Umfeld des Einstichs, die einige Tage andauern können, ganz normal. Kommen aber Schweißausbrüche, Zittern, Herzrasen oder Auffälligkeiten in anderen Körperregionen dazu, muss der Notarzt gerufen werden. Besonders häufig zeigt sich eine Bienenstichallergie durch Kribbeln in Händen und Füßen, auch wenn die Einstichstelle in einem anderen Körperteil war. Wer bereits einmal stark auf Bienenstiche reagiert hatte, sollte während der Flugzeit der Bienen ein Notfallset mit sich führen.


Bienengift - Inhaltsstoffe und Wirkungen

Ein ganzer Cocktail an Inhaltsstoffen ist es, der das Gift so besonders macht. Melittin, von griech. Mélitta = Biene) ist mit 50 bis 70 % enthalten. Es ist für die Reaktionen nach dem Stich hauptverantwortlich. Fener sind Hyaluronidase, Adolapin, Apamin, Histamin, Noradrenalin, Dopamin und Pheromone enthalten.

Apamin ist ein Nervengift, das im positiven Fall entzündungshemmend wird und als Zellschutz dient. Auch Melittin wirkt Entzündungen entgegen. Blutgefäße werden durch die enthaltene Hyaluronidase erweitert, was zum einem dem Gifttransport dient, aber auch einer hilfreichen Durchblutung bei rheumatischen Erkrankungen. Auch Noradrenalin und Dopamin transportieren Entzündungsfaktoren und den Schmerz, gleichzeitig dienen die beiden Neurotransmitter der Aufrechterhaltung des Herz-Lungen-Kreislaufs und des Stoffwechsels.


Giftgewinnung für medizinische Zwecke

Früher galt es als hilfreich, sich bei bestimmten Beschwerden von Bienen stechen zu lassen. Damit wir in den Genuss der Vorzüge des Giftes kommen, ist dieses schmerzhafte Verfahren nicht mehr notwendig. Es synthetisch nachzubauen ist nicht vollkommen möglich, weshalb es durch Hilfsmittel direkt von den Bienen gewonnen wird.

Hierzu werden leichte Stromreize eingesetzt, die die Bienen verleiten, in eine durchlässige Membrane zu stechen. Sie ist so gestaltet, dass weder die Biene noch ihr Stachel verletzt werden. Der Vorgang schadet Bienen nicht, ihr Gift können sie jederzeit nachproduzieren. Unter der Membrane befindet sich eine Glasplatte, auf der das giftige Sekret aufgefangen wird. Ist es dort getrocknet, wird es abgekratzt und gesammelt. Bei einer anderen Variante der Gewinnung gelangt das Gift auf spezielle Folien, auf denen es flüssig bleibt. Im flüssigen Zustand ist das Sekret gelblich trüb, das getrocknete Pulver ist ebenfalls gelb.

Das auf diese Weise gesammelte, kostbare Gift wird für medizinische Präparate und in Kosmetika weiterverarbeitet.

Naturheilkundlicher Ansatz - die Menge macht das Gift
Hochwirksame Gifte wie von Schlangen oder Kegelschnecken werden wohldosiert in der Medizin eingesetzt, eenso die Ameisensäure, mit der sicher auch schon jeder Bekanntschaft gemacht hat. Beim Bienengift, medizinisch Apitoxin, sind es ebenfalls die Menge und die Art der Verabreichung, die aus dem sonst so unangenehmen Sekret ein Heilmittel macht.

In der Apitherapie wird das Gift angewendet bei

  • Allergien auf Bienengift
  • Rheuma
  • Ischias
  • Lumbago (Hexenschuss)
  • Kälteschäden
  • Sportverletzungen

Es gilt zudem als hilfreich bei Arthritis, Gürtelrose und Multipler Sklerose. In China kommt es bei Krebserkrankungen zum Einsatz. Klinisch gesicherte Nachweise darüber, dass bei diesen Erkrankungen tatsächlich eine Wirksamkeit besteht, gibt es jedoch derzeit nicht.

Bei durch Bienenstiche ausgelösten Allergien werden unter strenger ärztlicher Aufsicht kleinste Mengen des Gifts injiziert. Die Dosis wird dabei nach und nach aufgrund genauer Berechnungen gesteigert. Auf diese Weise kann eine Desensibilisierung erreicht werden, die künftig dabei hilft, dass starke allergische Reaktionen ausbleiben. Bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreise, leichten Erfrierungen, Zerrungen und Prellungen sind es Salben mit Apitoxin, die die Durchblutung anregen und so zur Linderung der Beschwerden beitragen können.

Die TCM, Traditionelle Chinesische Medizin, kennt den Einsatz des Bienengiftes ebenfalls, ihre Heilkundigen setzen dazu Akupunkturnadeln. In der Homöopathie sind Bienengiftprodukte unter der Bezeichnung "Apis mellifica" im Einsatz. Sie gelten als hilfreich bei Schwellungen und Hautausschlägen, eine gesicherte medizinische Feststellung hierzu gibt es jedoch nicht. Andere medizinische Verarbeitungsformen sind Tinkturen, Pulver, Injektionen und die bewährte Bienensalbe.

Apitoxin in der Kosmetik

Die kosmetische Forschung beschäftigt sich in jüngster Zeit stark mit dem Gift der Bienen. Herausgearbeitet werden soll, ob sich Apitoxin als Ersatz für Botox eignet. Hier wird vor allem auf Melittin gesetzt, das die körpereigene Produktion von Kollagen und Elastin anregen soll. Diese Wirkung wird sich auch von pflegenden Kosmetikprodukten erhofft, wie bei Cremes und Masken, der Schwerpunkt liegt bei der Bekämpfung von Falten und einer besseren Durchblutung.

Anders, als man anhand der Reaktion auf einen Stich meinen könnte, haben Bienensalben weder erhitzende noch kühlende Effekte auf die Haut. Bringt ein Produkt diese Eigenschaften mit, sind sie wärmenden - wie Capsaicin, Ingwer oder Brennnessel - oder anfangs kühlenden - wie Eukalyptus, Pfefferminze und Menthol - Zutaten angereichert. Bei einer hochwertigen, natürlichen Bienensalbe wird darauf verzichtet, diese Wirkungen in den Vordergrund zu stellen.

API-REGENT(R) Bienengiftsalbe - patentiertes Original

Die positiven Wirkungen von Apitoxin, dazu pflegende Inhaltsstoffe und harmonisch abgestimmte ätherische Öle machen hier den Unterschied zu anderen Produkten aus. Dass die Bienengiftsalbe frei von synthetischen Zusätzen, von Parabenen, Silikonen und Mineralölen ist, ist für das Naturkosmetikprodukt eine Selbstverständlichkeit. API-REGENT ist frei von gentechnisch veränderten Inhaltsstoffen, klinisch und dermatologisch getestet

Wichtiger Hinweise für empfindliche Personen

Wie bei allen Bienenprodukten kann es auch bei der Bienengiftsalbe zu Überempfindlichkeitsreaktion und Allergien kommen. Wurden bereits einmal nach Kontakt mit Bienen oder Bienenpräparaten Reaktionen festgestellt, raten wir von der Anwendung der Salbe ab. Auch bei anderen empfindlichen Personen können Auffälligkeiten wie Rötungen und Juckreiz nicht ausgeschlossen werden. Es ist deshalb angebracht, vor großflächigem Auftragen an einer kleinen Stelle zu testen, ob die Bienengiftsalbe vertragen wird.


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